Spektakulärer archäologischer Fund in Norwegen – Fundort bleibt bewusst geheim

Spektakulärer archäologischer Fund in Norwegen – Fundort bleibt bewusst geheim

Ein kleinen Steckenpferd von mir ist die Archäologie und hier speziell die Funde, welche in den skandinavischen Bergen gemacht werden. Neben den Helleristningern, also den Steinritzungen, welche eher bekannt sind, findet sich aber noch eine Art Malereien aus grauer Vorzeit, die wenig bis kaum in den Medien Beachtung findet: die Hellemaleri.

In Norwegen haben Archäologen vor nicht allzu langer Zeit neue prähistorische Felsmalereien entdeckt, die mehrere tausend Jahre alt sein könnten. Der Fund gilt als wissenschaftlich äußerst bedeutend, daher wird der genaue Ort bewusst nicht öffentlich gemacht, um die empfindlichen Spuren der Vergangenheit zu schützen.

Die Entdeckung erfolgte in der Gemeinde Tingvoll in Møre og Romsdal. Verantwortlich zeigt sich hier der Archäologe Jan Magne Gjerde vom „Norsk institutt for kulturminneforskning“ (NIKU). Bei den neu entdeckten Darstellungen handelt es sich, wie schon ausgeführt, um sogenannte Hellemalerien – also gemalte Motive auf glattem Fels. Diese Form der Felskunst ist besonders selten und sehr anfällig für Beschädigungen.

Am Fundort zu erkennen sind unter anderem eine Fischdarstellung sowie geometrische Formen, die möglicherweise Boote, Netze oder symbolische Zeichen darstellen. Die Malereien werden von den Forschern in die jüngere Steinzeit datiert und könnten zwischen 4000 und 6500 Jahre alt sein. Sie stammen damit aus einer Zeit, in der Fischfang und Küstennutzung eine zentrale Rolle im Leben der Menschen spielten.

Dass der genaue Fundort nicht veröffentlicht wird, hat klare Gründe. Schon geringfügige menschliche Einflüsse – Berührungen, Feuchtigkeit oder unbedachte Besuche – können diese jahrtausendealten Bilder dauerhaft zerstören. Frühere Erfahrungen zeigen, daß bekannte Fundstellen oft beschädigt werden, sobald sie öffentlich zugänglich sind. Der Schutz des Kulturerbes hat daher Vorrang.

Tingvoll gilt bereits als eines der wichtigsten Gebiete für prähistorische Felskunst in Nordeuropa. Der neue Fund zeigt, daß die Region archäologisch noch lange nicht vollständig erforscht ist und noch bedeutende Zeugnisse der frühen Geschichte des Landes und der Region unentdeckt verborgen liegen.

Die Forscher rufen dazu auf, mögliche eigene Entdeckungen nicht selbst zu untersuchen oder zu verändern, sondern den zuständigen Stellen zu melden. Nur so können solche Fundorte fachgerecht dokumentiert und dauerhaft geschützt werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert