Ein Blick zurück
Nigardsbreen im Jostedal, Luster, Vestland.
1889 fotografierte Axel Lindahl den Nigardsbreen wobei er kaum ahnen konnte, daß das Foto 133 Jahre später als Fotomontage genutzt wird um das Damals und das Heute zu vergleichen. Auch ahnte er nicht, daß das Eis vor ihm Teil eines tausende Jahre alten Veränderungsprozesses ist. Als das Inlandseis vor 10.000 Jahren schmolz, schmolzen mit ihm auch nahezu alle Inlandsgletscher. Die letzten dann wohl in der Bronzezeit. Aber zwischen 500-1000 vor Christus kam eine längere Kälteperiode, durch welche die meisten Gletscher wieder zurückkamen. Das Klima änderte sich daraufhin immer wieder, bevor es am Ende 17. Jahrhunderts wieder bedeutend kälter wurde und die Gletscher wieder wuchsen. Darüber schrieb der Priester Mathias Foss aus Jostedal, welcher erwähnte daß der Nigardsbreen zwischen 1710 und 1748 der 3 Kilometer ins Tal wuchs und dabei Wege und Häuser des Hofes „Nigard“ zerstörte. Nach 1748 wurde es wieder wärmer und der Gletscher zog sich wieder zurück. Diese letzte Entwicklung hat Landahl verewigt. Eine gewaltige kiesdominierte Fläche mit großen und kleinen Kanten hin zu einer hohen breiten Gletscherfront quer zum Tale. 2022 ist die Kiesebene bedeckt von Vegetation während der Gletscher weiter hinauf in den Fjell schmolz und sich immer weiter zurückzieht.
Foto: Axel Lindahl, Norwegisches Volksmuseum
Foto: Oskar Puschmann, NIBIO
(zuerst veröffentlicht in der Gruppe Norwegen – 21. Januar 2023
