Norwegens rare Funde – Teil 2
850 Meter über dem Meeresspiegel im Bergsee Tesse im Jotunheimen Nationalpark arbeiten Archäologen und Helfer im Schweiße ihres Angesichts gegen die Uhr. Während ich diese Zeilen tippe, dürften die dort von einem Wanderer gefundenen 7000 Jahre alten Fischfallen wieder vom Wasser des stromproduzierenden Gewässers bedeckt sein.
Vergangenen Sommer entdeckte der Wanderer und Hobbyarchäologe Reidar Marstein in den Seeboden gerammte Pfähle, welche wiederum eine Art Muster bildeten, welches offenbar einen Zaun darstellte. Die Pfähle waren am oberen Ende sogar noch beschädigt, so wie wenn man mit einem großen Hammer versucht, Stangen in den Boden zu rammen. Die Pfähle bilden eine Art Kammer, in welche wohl die Fisch geleitet worden sind, um sie in dem engen Bereich leichter abzufischen. 40 – 50 Stangen umfassen die Kammern und das Schöne ist, die Kammern sind teilweise noch so gut erhalten, daß man denken könnte, sie wären erst kürzlich angefertigt worden.
Der Fund ist beachtlich. So findet man in den norwegischen Fjellgebieten öfter Funde wie behauene Steine oder Tierknochen aus der Steinzeit. Bearbeitete Hölzer jedoch sind selten, erklären die Archäologen. Noch unklar ist wie alt die Funde wirklich sind. Man nimmt an, es sind die ältesten Funde dieser Art in Nord-Europa. Klar ist anhand vorheriger Funde, daß Menschen in der sogenannten jüngeren Steinzeit hier fischten – das war um 3700 vor Christus. Bekannt ist auch, daß die Menschen dieser Zeit in den Fjell kamen um Rentiere zu jagen, daß sie auch länger blieben darauf könnten nun die Fischfallen bedeuten. Die Theorie: Sie legten sich wohl einen Nahrungsvorrat an für die Zeit, die sie im Gebirge verweilten.
2013/2014 fanden bereits Grabungen im Gebiet um den See Tesse statt. Man fand damals Wohnplätze aus der Steinzeit, aber auch später. Hier fanden Forscher zum Beispiel Senkbleie aus Garn, welche die Wikinger gebrauchten als sie mit Netzen in dem Gebiet fischten. https://www.forskning.no/arkeologi/om-fa-dager-vil-de-7000-ar-gamle-fiskefellene-vaere-dekket-av-vann-arkeologene-jobber-pa-spreng/2212537